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	<title>Dek 21 &#187; Harald Ehren</title>
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	<description>Deklaration für einen Kurswechsel in der Meinungslandschaft</description>
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		<title>Qualitätslüge der Gatekeeper</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 10:36:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ehren</dc:creator>
				<category><![CDATA[These 2]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß ja nicht, ob Sie jemals in ihrem Leben den Wunsch gehegt haben, Türsteher zu werden oder so was wie „immer-auf-der-Gästeliste-stehen“. Also ich habe so einen Job nie angestrebt, obwohl ich durchaus die Profession des Türstehers nicht mehr verachte. Wohl auch deshalb, weil ich im Gegensatz zu früher, als ich noch als zotteliger Journalist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß ja nicht, ob Sie jemals in ihrem Leben den Wunsch gehegt haben, Türsteher zu werden oder so was wie „immer-auf-der-Gästeliste-stehen“. Also ich habe so einen Job nie angestrebt, obwohl ich durchaus die Profession des Türstehers nicht mehr verachte. Wohl auch deshalb, weil ich im Gegensatz zu früher, als ich noch als zotteliger Journalist unterwegs war, in die Läden ohne Murren reinkomme. Liegt bestimmt an meinem Alter und der Ausstrahlung, genügend Kohle in dem betreffenden Etablissement zu lassen.</p>
<p>Nein, ich wollte nie Türsteher, sondern immer Journalist werden. Irgendwie auch eine Form von „Gatekeeper“. Einer, der halt für andere denkt. Der Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden kann und neutral, unmanipuliert seinen Lesern, Zuhörern oder Zuschauern irgendwie die Welt erklärt. Immer eingedenk des niemals unaktuellen Satzes von <a href="http://www.hanns-joachim-friedrichs.de/">Hanns-Joachim Friedrichs</a>: „Mache Dich als Journalist nie gemein mit einer Sache, mag sie auch noch so gut sein“.</p>
<p>Warum diese Vorrede? Weil ich für Klarheit und Schärfe plädiere. Journalisten sollen Gatekeeper sein und PR-Berater sollen sie dabei unterstützen. Nur ist derzeit an dieser Stelle einiges durcheinander geraten.</p>
<p>Es hat hier schon einige sehr prägnante und teilweise – sorry, für die Publikumsbeschimpfung – verschwurbelte Kommentare und Selbstdarstellungen gegeben. Diese Beiträge – auch in externen Blogs und Foren – lassen sich indes leicht in zwei Lager spalten: die einen fragen sich, was dek21 eigentlich soll, wohin es führt und ob es überhaupt weiterführt. Die anderen fühlen sich provoziert, in ihrer Standesehre angegriffen oder halten es wie der öffentlich-rechtliche Dauertalkgast <a href="http://starke-meinungen.de/blog/category/klaus-kocks/">Klaus Kocks</a> in seinen Aufritten bei Will, Maischberger oder Plasberg: was kümmert’s mich, Hauptsache ein nettes Bonmot zum Besten geben.</p>
<p>Indes hat niemand bisher die Frage diskutiert, wie Kommunikation demnächst überhaupt aussehen soll. „Wie geht es weiter?“ fragt aktuell auch <a href="http://www.brandeins.de/aktuelle-ausgabe/artikel/die-alternative-1.html">Brandeins</a>. Und stellt die einzig richtige Sinnfrage. Ich antworte: so geht es auf jeden Fall nicht weiter. Mit Journalisten die trotz oder gerade wegen der Abbauschlacht in den Medien der Qualtitätslüge verfallen. Und PR-Beratern, die hilflos lamentierend daneben stehen, statt Alternativen zu ihrem Wirtstier zu finden.</p>
<p>Was aus meiner Sicht die Nichtversteher und Schaumschläger aus der PR-Branche mit den Ignoranten in den Reihen der Journaille vereint, ist pure Angst. Die Angst abgehängt zu werden. Nicht mehr up-to-date zu sein. Im aktuellen Kondratieff nicht mehr mitspielen zu können.</p>
<p>Bei den Journalisten ist es schlicht die Angst, die Rolle des „Gatekeeper“ zu verlieren. Ein sehr schönes Beispiel für die Beißreflexe der „Papiermenschen“ gegen Blogger und umgekehrt findet sich bei Thomas Knüwers Blog <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/04/re-publica-10-der-neidfaktor/">Indiskretion Ehrensache</a> zur jüngsten re:publica 10. In seinem Blog erwähnt Knüwer unter anderem einen Autoren der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, der sich über „zottelige Blogger“ ausmährt. Knüwer regt sich darüber auf. Kein Wunder, möchte man denken. War er doch früher auch ironiebefreiter Redakteur des Handelsblatts, bei dem die titaniceske Näherung an Themen sicherlich nicht in der Tradition steht. Was sich aber in dem Aufeinandertreffen von zwei ironiefreien Journalisten sehr schön ablesen lässt.</p>
<p>Nun diskutieren wir also über iPad-Apps und wie diese den Journalismus retten werden, könnten, sollten. Wir reden über Newsrooms und Laienreporter (weitere Rettungsanker). Wir erfahren, dass die PR-Branche eine ganz schmuddelig-schmutzige Angelegenheit ist. Wir debattieren Kanäle und keine Inhalte. Daran krankt die Blogger-Diskussion. Daran krankt die Journalismus-Debatte. Und daran krankt auch das PR-Bashing. Es geht nicht um Channels – Content is King. Nein, Content is Kaiser. Wir werden uns die gesellschaftliche Relevanz von Journalismus und auch die gesellschaftliche Wichtigkeit von PR nicht erhalten, indem wir Apps entwickeln.</p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/78/503302/text/16/">Sascha Lobo</a> nannte den Zustand des Journalismus kürzlich in der Süddeutschen Zeitung die „Schockstarre des Rehs“. Ja, es ist wichtig, über die Zukunft der Geschäftsmodelle zu debattieren. Doch genau wie die Schockstarre ist wilder (Social Media-)Aktionismus fehl am Platz: Muss ein guter Journalist tatsächlich auch ein Premium-Twitterer sein? Wollen die Menschen ihre Nachrichten in 140 Zeichen? Oder geht es nicht vielmehr um einen Journalismus der im medialen Geschwindigkeitsrausch Zusammenhänge schafft? Der erklärt. Der nicht aalglatte Agentur-Meldungen abschreibt, sondern die Inhalte dahinter zu gesellschaftlichem Leben erweckt.</p>
<p>Das ist ein Journalismus, der sich nicht überflüssig macht, und den ich mir wünsche.</p>
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		<title>Embargo für Medienmagerquark</title>
		<link>http://dek21.de/2010/03/10/embargo-fur-medienmagerquark-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 14:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ehren</dc:creator>
				<category><![CDATA[These 6]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leser, das was folgt, ist alles „off the records“. Versteht sich doch von selbst, nicht wahr? Ach ja, und ein Sperrfrist (engl. Embargo) für Kommentare auf dieses Posting hier, gibt es auch. Freigabe erst ab dem 21. März um exakt 21 Uhr. Dann können Sie so viel Senf dazu geben wie Sie wollen. Bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leser, das was folgt, ist alles „<a href="http://www.thestrategyweb.com/the-funny-truth-about-pr-embargoes?utm_source=feedburner">off the records</a>“. Versteht sich doch von selbst, nicht wahr? Ach ja, und ein Sperrfrist (engl. Embargo) für Kommentare auf dieses Posting hier, gibt es auch. Freigabe erst ab dem 21. März um exakt 21 Uhr. Dann können Sie so viel Senf dazu geben wie Sie wollen. Bis dahin habe ich meine Kommunikationsagenda für diesen Blog-Beitrag fertig gestellt. Dann ist alles minutiös vorbereitet. Und ich erwarte vorher keine Aktionen Ihrerseits! Klar, dass Sie bis dahin warten müssen – ist ja ein Embargo drauf! Und das kommt, so gefühlsmäßig ja gleich nach der einstweiligen Verfügung.</p>
<p>Schluss mit der Ironie, auch wenn diese Gedanken gang und gäbe in den Gehirnen der Kommunikatteure sind. Leider Tendenz steigend. Hier die Weltfremdheit derer, die Sperrfristen immer inflationärer nutzen. Kurz gemeinter Rat: hält sich ohnehin keiner dran, weil ein nicht beachteter Sperrfrist-Vermerk so viel rechtliche Konsequenzen nach sich zieht, wie die gut gemeinten Aufdrucke „Rauchen kann tödlich sein“ (Exkurs: bitte jetzt keine Kommentare von fanatischen Rauchern oder Nichtrauchern! Bin Gelegenheitszigarrenpaffer aber mag in der Öffentlichkeit nicht vollgeraucht werden&#8230;). Dort die Journalisten, die es nicht hinbekommen, in guter alter angelsächsischer Medientradition, alles ohne wenn und aber, als on-the-records zu nutzen und veröffentlichen. Weil sie sich vom „unter-Dreien-Deal“ Vorteile versprechen. Weil sie dann ein Fitzelchen mehr berichten können, als die Wettbewerber. Medienmacht ist das nicht mehr. Vielmehr Medienmagerquark.</p>
<p>Mehr Mut, markante Meinung wagen, heißt unsere Forderung in Nummer 6. Wo, wenn nicht beim Thema off- oder on-the-records ließe sich am schnellsten, einfachsten und effektivsten ein Wandel in der Kommunikations- und Meinungslandschaft herstellen?! Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, muss auch darauf gefasst sein, von der Öffentlichkeit vivisektiert zu werden. Mehr Mut heißt gerade für Führungskräfte jederzeit, auch ohne Embargo und on-the-records Position zu beziehen. Getreu unserer These 18 „Präsenz ist wichtiger als Perfektion – solange die Haltung stimmt“ muss man auch eine Haltung haben, bzw. entwickeln. Das sei an dieser Stelle den Kommunikatteuren und Journalisten entgegengeschleudert. Die Haltung geht im gemeinsamen Verwertungssystem der „unter-Dreien-Deals“ verloren. Und welcher PR-Profi und Pressesprecher will sich schon mit Journalisten gemein machen. Und umgekehrt. Aber da sind wir wieder bei der Ironie des Ganzen. Bleibt ja unter uns, weil „off-the-records“. Nicht wahr?!</p>
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		<title>Die hyperzynische Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 13:39:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ehren</dc:creator>
				<category><![CDATA[These 10]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir leben in einer hyperzynischen Gesellschaft, in der kaum noch jemand auch nur ein Fizzelchen bereit ist, wirklich zu debattieren.
Ein Diskurs wird vorgespielt, findet aber nicht statt. Aus Angst, sich zu weit vorzuwagen. Aus Bräsigkeit, weil Debattieren auch Zeit und Grips kostet. Weil sich vor allem aber one-voice wie ein Alien aus den bekannten Science-Fiction-Horror-Blockbustern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir leben in einer hyperzynischen Gesellschaft, in der kaum noch jemand auch nur ein Fizzelchen bereit ist, wirklich zu debattieren.</p>
<p>Ein Diskurs wird vorgespielt, findet aber nicht statt. Aus Angst, sich zu weit vorzuwagen. Aus Bräsigkeit, weil Debattieren auch Zeit und Grips kostet. Weil sich vor allem aber one-voice wie ein Alien aus den bekannten Science-Fiction-Horror-Blockbustern in die Kommunikatteure gefressen hat. Aus one-voice wird no-voice. Und das Gift, dass aus no-voice tropft, führt zu Zynismus, der lähmt, der Kommunikation abtötet.</p>
<p>Wir, die dek21-Autoren, sind gewiss nicht men in black, die unsere Welt vor den zynischen one-voice-Aliens retten wollen oder gar müssen. Wir bieten freilich als eine Art Penicilin etwas an, das jeder selbst mit Leben erfüllen muss. Ohne Angst vor einer medialen Eskalationsspirale. Wir empfehlen, quasi als eine Art Dr. Best der PR „Kommunikationsprokura“. Befeuern Sie die alerten Mitarbeiter ihrer Organisation, sich zu äußern (die Uninspirierten haben Sie ohnehin schon verloren, also halten sie sich nicht mit denen auf). Animieren Sie Ihre Experten, unterschiedliche Schlaglichter auf einen kommunikativen Sachverhalt zu werfen. Aus diesen Facetten entsteht ein stimmiges Bild, das one-voice überlegen ist. Weil es authentisch ist und damit den Zynismus-Panzer der Menschen in unserer Gesellschaft durchbricht.</p>
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