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	<title>Dek 21 &#187; Bernhard Fischer-Appelt</title>
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	<description>Deklaration für einen Kurswechsel in der Meinungslandschaft</description>
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		<title>Design: Pflicht, nicht Kür</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 08:22:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Fischer-Appelt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das zweifelsohne aneckende Design unserer Deklaration wurde von Anfang an viel gelobt, aber auch häufig hinterfragt. Kaiserlich-reaktionär? Augenwischerei? Effekthascherei? Oder gar &#8220;braune Leihgabe&#8221;?
Gestaltung ist nicht optional. Oberflächen sind der Punkt, an dem Inhalte fühlbar werden. Die Visualität unserer Deklaration orientiert sich an ihren Themen und interpretiert sie. Deshalb sieht jede Seite unseres Hefts anders aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das zweifelsohne aneckende Design unserer Deklaration wurde von Anfang an viel gelobt, aber auch häufig hinterfragt. Kaiserlich-reaktionär? Augenwischerei? Effekthascherei? Oder gar &#8220;braune Leihgabe&#8221;?</p>
<p>Gestaltung ist nicht optional. Oberflächen sind der Punkt, an dem Inhalte fühlbar werden. Die Visualität unserer Deklaration orientiert sich an ihren Themen und interpretiert sie. Deshalb sieht jede Seite unseres Hefts anders aus – wie auch der Inhalt jeder Seite anders ist.</p>
<p>Unser Heft ist eine kleine Hommage an die berühmt-beliebten Reclam-Hefte. Minimalistisch und sparsam in der Ausstattung sind diese in der Literatur ein GEBRAUCHSGUT, also ein Gegenstand, den man benutzen, sogar verschleißen kann und soll. Was zum Zeitpunkt des Entstehens der Reclam-Kultur eine Demokratisierung der Literatur war, nämlich ein Bruch mit dem Bestehenden, ist heute wenn man in Deutschland gute und auch opulente Gestaltung einsetzt: Ein Bruch mit der Kultur der reinen Nützlichkeit. Etwas, wozu wir den Draht verloren haben. Deshalb kommt auch die Basis-Technologie des iPods aus Deutschland, aber das Produkt eben nicht.</p>
<p>Ein Reclam-like-heft mit Frakturtitel? Fraktur wird zwar von Beyoncé verwendet und von der F.A.Z., ist aber sonst aus unser Kultur fast verschwunden. Frakturschrift verdeutlicht die Schärfe, die unsere Deklaration beinhalten soll, lässt andererseits aber auch Interpretationsspielraum zu. Kissen-Strickmuster à la &#8220;Home sweet home&#8221;, Computerpixel, ältere Nadeldrucker? Wir wollen nicht nur Konsequenz verdeutlichen, sondern auch die Phantasie anregen, mit dem Inhalt zu spielen, ihn weiterzudenken und  zu deuten. Uns war klar, dass Fraktur provoziert. Aber schaut Euch mal das Buch “Fraktur mon amour” an. (Es handelt sich übrigens nicht um eine &#8220;Nazi-Schrift&#8221;, denn die Frakturschrift wurde ab 1941 sogar als sogenannte &#8220;Judenletter&#8221; verboten! Danke, Neue Züricher, Hamburger Abendblatt, dass ihr die Kultur der Fraktur-Familie nicht den Neonazis überlasst).</p>
<p>Die Gestaltung der einzelnen Seiten: &#8220;PR muss Positionen entwickeln&#8221;. Das kann man schreiben oder man kann es schreiben. Wir entschieden uns für letzteres. Die Gestaltung der These wird durch die Wahl der Typographie, durch den Einsatz von Gestaltung erst zum Leben erweckt, wird interpretiert, erhält eine Richtung. Wir inszenierten nicht willkürlich, sondern herausfordernd, anregend zum Diskurs.</p>
<p>Ein Adidas Samba Schuh, ein Mercedes 300SL, ein Barcelona-Stuhl. Ohne uns in diese Reihe stellen zu wollen: Gestaltung ist doch mehr als nur Form! Gestaltung bestimmt den Inhalt, entscheidet darüber ob etwas trägt oder nicht. Design ist also nicht Kür &#8211; Design ist Pflicht.</p>
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