Sie unterwirft sich dem seit Monaten andauernden iPad-Wahn: Die französische Traditionszeitung Le Monde orientiert ihr Layout zukünftig an der interaktiven Nutzung auf Steve Jobs’ neuem Touch-Gadget. Und die gedruckte Ausgabe des französischen Traditionsblattes macht sich zum Sklaven der iPad Variante. Auch andere Verlage lassen sich „verappeln“ (vgl. akt. managermagazin) und tüfteln schon eifrig an iPad-isierten elektronischen Varianten für Ihre Publikationen, als wäre es das neue Allheilmitel gegen den digital verursachten Auflagenschwund. Und schon Ende März war klar, dass auch Amazon nicht um eine Kindle-App herumkommt, um seine 450.000 digitalen Bücher auch aufs iPad zu katapultieren.
Dass diesmal – der Erfolgsgeschichte des iPod sei Dank – auch schon führende Verlage und der weltgrößte digitale Buchhändler ihre Geschäftsmodelle auf ein einziges elektronisches Gerät ausrichten, ist neu, kommt aber nicht von ungefähr. Denn Steve Jobs Heerschar unbezahlter, freiwillig eigenmotivierter, weltweit verstreuter „Apple-Jünger“ haben für ihn und sein iPad bereits seit Monaten das neue Evangelium geschrieben. Nachzulesen auf Websites und Blogs wie iphonefreak.com, dasipadblog, blogonipad.com & Co. Ob positive oder auch kritische Stimmen, die Apple-Evangelisten wirken – und das auch weit über Unternehmens- und Branchengrenzen hinaus.
Was nicht nur Apple seit Jahren und immer erfolgreicher vormacht, müssen sich alle Unternehmen für Ihre Marken und Produkte in der digitalen Welt zu Herzen nehmen. Sie müssen Ihre Kunden und potenziellen Interessenten schon frühzeitig in einen vertrauensbildenden Dialog um zukünftige Produkte und Dienstleistungen ansprechen und einlullen. Sie müssen sie fragen, Ihre Meinung Ernst nehmen oder sie gar am Design und der Entwicklung neuer Produkte aktiv partizipieren lassen, um freiwilige Multiplikatoren – Evangelisten – Ihrer Marke zu etablieren.
Die Vielstimmigkeit, sie lebt. Denn es wird so oder so – positiv und negativ – über Produkte im Netz diskutiert. Ob das nörgelnde Hotelgäste bei Tripadivsor, Frappucino-süchtige Weltverbesserer bei Starbucks oder erfolgreiche Haushaltsgeräte-Hersteller wie Tom Dickson von Blendtec (Will it blend?) sind, der den Hype ums iPad auf seine eigene Art und Weise mit anschürt.




