Noch sind sie an der Spitze: Mit 46% sind die Websites von TV- und Radiosendern Informationsquelle Nummer 1 der Deutschen im Netz. Gefolgt von den Netz-Angeboten der Tageszeitungen und politischen Magazine (39%) sowie denen der Fachmagazine (31%). So heißt es in der zur Cebit veröffentlichte Studie des IT-Branchenverbands BITKOM.
Vor 10 Jahren wär’s das mit der inhaltlichen Vielfalt gewesen. Heute stehen wir vor einem viel abwechslungsreicheren Angebot und informieren uns bevorzugt auch aus reinen Online-Fachmagazinen (30%) Online-Newsangeboten (23%), in Communities und Twitter (je 13%), Foren (12 %) und Blogs (10%). Eine „Vervielfaltisierung“, die dem Wandel im Produktsortiment bei der Einführung der Marktwirtschaft damals in den Ostblock-Staaten gleicht kommt.
Und so wie damals die Westsupermärkte so ziemlich jeden Ramsch und Tand an die vielfalt-hungrigen Menschen aus dem Osten verhökerten, redet, schreibt und veröffentlicht inzwischen auch jeder ohne Unterlass. So köchelt eine digitale Suppe aus unterschiedlichsten Ingredienzen vor sich hin. „Hobby-Journalismus“ können sich heute schon viele in ihren Lebensläufe schreiben, mit ihren Geschichten, Kommentaren, mehr- oder weniger intelligenten Dialogen und digitaler Kakophonie. Und dabei wissen sie oft nicht, was sie tun.
Denn sie reden und schreiben, was andere lesen – und glauben: Zu Themen wie Hartz-Lobby, Bankerboni, Köln-Versumpfung, Steuerdaten-CD, Gläserne Kunden, Google Buzz & Co. Daraufhin wählt der Arbeitskollege schon mal die Linken statt wie sonst die SPD, kündigt die Großtante ihr Konto bei ihrer Bank und bucht der Nachbar sein vermeintliches Luxus-Hotel in Asien um, weil auf Tripadvisor gerade darüber abgelästert wird. Im Mittelpunkt stehen immer Promis aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, namhafte Unternehmen sowie deren wertvolle Marken und Produkte. Wahrgenommen werden sie irgendwie fast alle, aber prägend sind davon leider noch wenige. Stattdessen nehmen Unternehmen in Kauf, im digitalen Treibsand unterzugehen. Denn dabei trennt sich Spreu von Weizen, lohnt sich scharfes Profil und zeigt sich wahres Gesicht. Wie das Bohlen, Westerwelle, Apple und Co. uns vormachen, so umstritten sie sind.
Ein zentrales – nicht neues – Fazit der Bitkom-Studie belegt denn auch mit eindrucksvollen Zahlen den Einfluss von Online-Bewertungen für Kaufentscheidungen: „Das Internet gibt den Verbrauchern neue Macht. Auch für Unternehmen wird der Kunde zum Co-Produzenten“. Wer hier nicht prägt, der trägt: Die Verantwortung und Konsequenzen für einen Mangel an Orientierung und eigenem Profil.











[...] Link zum Download bereit: http://www.fischerappelt.de/Dek21_Thesen.pdf Blogbeitrag auf dek21.com: Raus aus dem digitalen Treibsand Geschrieben von Besserwerber in Marken, Agenturen, Kommunikation, Web 2.0 um 10:12 Kommentare (0) [...]
Schon als ich die Pressemitteilung erhielt, hab ich mich unbandig gefreut, dass es diesmal eine Deklaration und nicht wieder ein Manifest ist. Ich sehe zwar hier eine der – wenn man so will -”markanten” Thesen, eine Antwort – zumindest eine “radikale” – finde ich nicht.